Mehr Schwimmen

Veröffentlicht am 10. Juni 2019

  Damit Kinder die Möglichkeit haben, das Schwimmen Lernen zu können, brauchen sie als Grundvoraussetzung eine ausreichende Anzahl an Schwimmbecken zum Üben – diese ist in Deutschland jedoch noch nicht gegeben. Alexander Gallitz vom Deutschen Schwimmlehrer Verband (DSLV) will in Zusammenarbeit mit Sascha Krone von „Pool2Share“ ausreichend Raum fürs Schwimmen schaffen. In Deutschland kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu zahlreichen Todesfällen durch Ertrinken. Im Sommer vergangenen Jahres geht man von mindestens 500 ertrunkenen Menschen aus, 100 mehr als im Jahr zuvor. Viele von den Opfern, seien es Kinder oder Erwachsene, haben nie richtig Schwimmen gelernt. Das Thema „Sicher Schwimmen“ hat jedoch einen enormen Stellenwert, für welchen die Bevölkerung sensibilisiert werden muss. In Deutschland gibt es aktuell circa 6.000 öffentliche Schwimmbäder –  was über 10% weniger als noch im Jahr 2000 sind, wie die Deutsche Gesellschaft für Badewesen Anfang dieses Jahres mitteilte.  „Die Schließung der öffentlichen Schwimmbäder hat zur Folge, dass weniger Wasserflächen für die Schwimmausbildung zur Verfügung stehen. Heute können über die Hälfte der 10-Jährigen gar nicht oder nur sehr schlecht schwimmen“, erklärt Alexander Gallitz, Präsident des Deutschen Schwimmlehrerverbandes. „Es gibt zwei Hauptgründe, warum viele Kinder nicht mehr das Schwimmen lernen: es gibt zu wenig ausgebildete und organisierte Schwimmlehrer*innen und nicht genügend Schwimmbecken, die zur Schwimmausbildung genutzt werden können. Sicherlich gibt es auch andere Gründe, aber ein wichtiger Grund sind fehlende Wasserflächen“, betont Gallitz – und für  genau diesen Grund lässt sich eine Lösung finden. Effektives Nutzen von vorhandenem Raum Bei den meisten Schwimmschulen gibt es derzeit lange Wartelisten für Kinderschwimmkurse.  Auf der anderen Seite gibt es in Deutschland mehr als 2.000 Hotels mit Hotelschwimmbädern – „aber leider werden diese Pools nicht so häufig genutzt“  unterstreicht Sascha Krone, Betreiber der Webseite „Pool2Share“. „Pool2share“ (www.pool2share.com)  vermittelt private Pools und Pools von Hotels zur stundenweisen Vermietung an andere Nutzer der Plattform, wie beispielsweise an Schwimmlehrer*innen, Familien oder Einzelpersonen, die einen privaten Pool für ein paar Stunden nutzen wollen – ohne gleich einen eigenen Pool besitzen zu müssen. Die vorliegenden Umstände betrachtend hat sich der DSLV mit „Pool2Share“ zusammengetan, um eine gemeinsame Idee zu entwickeln: „Wenn wir es schaffen, in Deutschland nur 10% der Hotels mit Pool dafür zu begeistern, ihren Pool für drei bis vier Schwimmstunden pro Woche zur Verfügung zu stellen, dann können wir pro Woche für weitere 5.000 Kinder Schwimmkurse anbieten“. Diese Kombination aus ohnehin Gegebenem und effektivem Nutzen des Raums ermöglicht eine deutliche Verbesserung der deutschen Schwimmbecken-Knappheit. Vorteile für Jeden „Hotels sind mit ihren qualitativ hochwertigen Swimming-Pools, der notwendigen Infrastruktur und den hohen Hygiene-Standards besonders als Schwimmbecken für Kinderschwimmkurse geeignet – und die Eltern können in Ruhe bei Kaffee und Kuchen auf die Kinder warten, während diese das Schwimmen erlernen“, malt Sascha Krone die mögliche Zukunft aus.  Hotels, die Ihren Pool zur Verfügung stellen wollen, müssen ihn lediglich bei www.Pool2share.com registrieren – und schon können Schwimmlehrer*innen den Hotel-Pool buchen.  Für Hotels ist diese Initiative besonders interessant: „Man kann das eigene Haus in der Region noch mehr „verwurzeln“ und den Kontakt zur Bevölkerung intensivieren, was gerade internationalen Hotelanbietern häufig nur sehr schwer gelingt“ hebt Krone hervor. Wer darf sich überhaupt „Schwimmlehrer*in“ nennen? Neben dem Problem mit den mangelnden Schwimmbecken sieht Alexander Gallitz auch in der Bezeichnung des Berufs „Schwimmlehrer*in“ Komplikationen mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen. „Leider ist in Deutschland die Bezeichnung „Schwimmlehrer*in“ keine geschützte Berufsbezeichnung – daher kann sich theoretisch jeder so bezeichnen und seine eigene Schwimmschule gründen“. Aus diesem Grund überprüft der Verband, ob die Schwimmlehrer*innen, die sich auf der Webseite „Pool2share“ registrieren, über eine entsprechend anerkannte Ausbildung verfügen. „Bei der Arbeit mit Minderjährigen verlangt der Gesetzgeber auch, dass ein erweitertes Führungszeugnis vorliegt“ meint Gallitz, auch dieses überprüft der DSLV, bevor sich der/die Schwimmlehrer*in  bei der Plattform registrieren kann.  Der Deutsche Schwimmlehrerverband setzt sich also dafür ein, dass genügend Schwimmlehrer*innen nach einem einheitlichen Ausbildungskonzept ausgebildet werden und so ein deutschlandweit anerkanntes Berufsbild entsteht. Der DSLV und „Pool2share“ hoffen, dass durch das Publikmachen der gemeinsamen Initiative genügend geeignete Schwimmflächen angeboten werden, um weiteren 10.000 Kindern pro Woche das Schwimmenlernen zu ermöglichen. Wenn Sie diese Initiative unterstützen möchten, informieren Sie sich bitte unter: www.pool2share.com. Jeder Pool hilft!