Wozu DSLV?


Über die Notwendigkeit zur Gründung eines Bundesverbandes der Schwimmlehrer/innen

Ausgangssituation

Seit Jahren beschäftigt das Thema „Schwimmen lernen“ die deutsche Bevölkerung. In vielen Publikationen werden die verschiedensten Gründen aufgeführt, warum die Schwimmsicherheit von Kindern und Erwachsenen in den vergangenen Jahren massiv eingebrochen ist.

Nach neuesten Erkenntnissen sind 50 % der abgehenden Viertklässler nicht in der Lage zu schwimmen.

Unter „schwimmen“ definieren wir die Schwimmfähigkeit die mit einer Prüfung, dem Deutschen Bronze Schwimmabzeichen, von einem autorisierten Prüfer „abgenommen“ wird.

Bei Erwachsenen wird die Zahl derer die „unsicher“ Schwimmen, also nie gelernt haben, z. B. unter Wasser auszuatmen, ins Wasser zu springen und zu tauchen (alles Dinge die wir zu den Grundfähigkeiten des Schwimmens zählen) auf ca. 60 – 70 % geschätzt.

In jedem Sommer erreichen uns Meldungen von ertrunkenen Kindern und Erwachsenen, die in Seen, Flüsse oder im Meer den Tod gefunden haben.

Dadurch ist auch immer wieder der Aufschrei in den Medien groß und die Todesfälle durch Ertrinken werden enorm aufgebauscht. In zig Artikeln und Interviews kommen dann die sog. Experten, meist von der DLRG, zu Wort und beklagen das Bädersterben in Deutschland, als Hauptursache für diese Entwicklung.

Die aktuelle Situation in Deutschland zum Thema Flüchtlinge, man kann davon ausgehen, dass 95 % die in unser Land kommen nicht schwimmen können, wird die Problematik des Schwimmen Lernens in Zukunft weiter verschärfen und uns noch viele Jahre beschäftigen.

Die Schwimmausbildung in Deutschland baut auf vier Säulen auf:

  1. Verbände (DLRG und Wasserwacht, VHS usw.)
  2. Schulen/Schwimmbäder (Schwimmmeister)
  3. DSV und seine angeschlossenen Vereine
  4. Kommerzielle Schwimmschulen und selbsternannte Schwimmlehrer/innen

In den 70´ger Jahren wurde zwar der Versuch unternommen eine einheitliche Schwimmausbildung inkl. der entsprechenden Schwimmabzeichen zu etablieren, aber man kann heute davon ausgehen, dass diese wirklich gute Idee gescheitert ist. Die Verbände sind untereinander uneins, es gibt keine einheitliche Linie mehr und mittlerweile kann, dank des Internets, sich jeder die Schwimmabzeichen und Pässe besorgen wann immer er will. Folglich ist die so wichtige Abnahme der Schwimmabzeichen nur noch Makulatur.

Die Prüfungen und die damit verbundenen Erwartungen (Schwimmfähigkeit) können somit an ihrer Wertigkeit verlieren.

Nicht umsonst wird von Spöttern dieses Systems beim Seepferdchen „von der Lizenz zum Ertrinken“ gesprochen.

Um für die Zukunft in Deutschland für das Thema Schwimmen lernen gerüstet zu sein, sollten unserer Meinung nach an ganz anderen Stellen die Hebel angesetzt werden.

 

Unserer Meinung nach liegen vielmehr die Probleme an:

  • der mangelhaften Schwimmausbildung vieler Lehrer/Übungsleiter usw.
  • dass Personen ohne staatlicher Kontrolle und anerkannten Ausbildung (C-Trainer, Kursleiter Schwimmen DSV usw.) sich Schwimmlehrer nennen und überall in Deutschland eine „Schwimmschule“ betreiben können
  • der unterschiedlichen Auffassung was Schwimmen bzw. Schwimmfähigkeit bedeutet
  • demensprechend werden diesen Definitionen Ziele, Methodik und Didaktik untergeordnet
  • Funktionäre die sich der spielpädagogischen und ganzheitlichen Methodik u. ä. verschließen und somit auch den Weg für neuen interessante Wege versperren

Lösungsansatz

Um die o. g. Probleme in den Griff zu bekommen sehen wir die Notwendigkeit einer Gründung des Bundesverbandes der Schwimmlehrer/innen als absolut notwendig an.

Uns ist durchaus bewusst, dass hier ein langwieriger Prozess angeschoben und betreut werden muss, aber letztendlich haben wir als Schwimmlehrer/Babykursleiter und Aquafitnesstrainer eine hohe Verantwortung gegen über den uns anvertrauten Menschen.

Um für die Zukunft in Deutschland gerüstet zu sein schlagen wir deshalb folgende Strategien und Aufgaben für den Bundesverband vor:

  • Schaffung eines staatlich anerkannten Berufsbildes z. B. durch die IHK
  • Entwicklung uns Schaffung einer standardisierten und deutschlandweiten anerkannten Aus- und Weiterbildung z. b. durch den TÜV, DEKRA
  • Kooperationen mit den Spitzenverbänden z. B. DSV, DLRG, Wasserwacht
  • Die Zusammenarbeit von Schwimmlehrer/innen, Babykursleiter/innen und Aquafitnesstrainer/innen zu fördern (Jobbörse, Schaffung von Praktikumsstellen u. ä.)
  • Schaffung von einem Mehrwert für die zukünftigen Mitglieder z. B. Sonderkonditionen bei Pro Swim, BECO oder speziell abgestimmte Versicherungspakete
  • Unterstützung und Vermittlung bei rechtlichen und steuerlichen Fragen z. B. Verträge für Honorarkräfte, Mehrwertsteuerbefreiung etc.
  • Unterstützung und Beratung für Geschäftsmodelle, Selbstständigkeit usw.
  • Schaffung einer Akademie z. B. für Telefonverkauf, Messetraining, Kommunikationstraining usw.